Familienpolitik

Vor allem stehe ich für eine moderne Familienpolitik, die Strukturen schafft, welche jungen Menschen die freie Wahl zwischen Beruf und Familie, bzw. die individuelle Kombination beider Bereiche, ermöglichen. Familienpolitik kommt den betroffenen Familien (und denen, die es werden wollen) ebenso zugute wie der gesamten Gesellschaft, deren Sozialsysteme, Wirtschaftsentwicklung und Kultur vom Heranwachsen zukünftiger Generationen abhängen. Die wichtigsten familienpolitischen Maßnahmen sind die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Kleinkindbetreuung, flächendeckende Ganztagsschulen und arbeitsrechtliche  Verbesserungen.

Einzelne Forderungen:

Der Tatsache, dass unsere Gesellschaft hinsichtlich ihres wirtschaftlichen und kulturellen Fortbestands mehr Kinder benötigt, dass also die Gemeinschaft von der Entscheidung eines und einer Einzelnen für Kinder langfristig profitiert, sollte in familienpolitischen Maßnahmen konsequent Rechnung getragen werden. Konkret fordere ich einen Rechtsanspruch auf Kleinkinderbetreuung ab sechs Monaten, Ganztagskindergärten und -schulen, kostenfreie Kindergärten, mehr Teilzeit- und Gleitzeitarbeitsplätze, eine stärkere Berücksichtigung von Erziehungszeiten bei der Arbeitssuche (v. a. bei öffentlichen Stellen), eine stärkere Berücksichtigung der Kindererziehung in der Rentenversicherung, die Einführung eines einkommensabhängigen Elterngelds (2006 eingeführt) und die Einführung des Familiensplittings anstelle des Ehegattensplittings.

Gesamtziel:

Nur in der Summe können diese Maßnahmen wirken. Im Ergebnis muss eine 25-jährige Frau (und ihr Partner) folgende  Gewissheit haben: "Wenn wir jetzt ein Kind kriegen, kann ich nach einem Jahr Pause wieder arbeiten (oder das Studium fortsetzen), denn ein Betreuungsplatz ist mir sicher. Auch später, wenn das Kind zur Schule geht, kann ich voll berufstätig sein. Wenn ich mich für ein Kind entscheide, ist es also keine gleichzeitige Entscheidung gegen eine berufliche Karriere. Anderseits kann ich, wenn ich es dann in ein paar Jahren so will, auch halbtags arbeiten, denn die Politik hat solche Anreize gesetzt, dass Wirtschaft und öffentlicher Sektor genug Halbtagsstellen anbieten. Auch finanziell gehe ich durch die Schwangerschaft kein Risiko  ein, denn Kinderkriegen ist kein Armutsrisiko mehr, auch nicht, wenn ich nur halbtags arbeiten werde oder mich um zwei oder drei Kinder als ganztags "Hausmanagerin" kümmere. Ich habe also die Wahl, ob ich voll-, halb- oder nicht berufstätig sein will. Wenn ich mich ein Kind entscheide, ist dies also keine Entscheidung gegen finanzielle Sicherheit und gegen Karriere. Dann will ich es, denn Kinder zu bekommen ist das Wunderbarste, was es gibt auf der Welt."

Familienrealitäten:

Natürlich: Wenn man Kinder hat, hat man auch in einem kinderfreundlichen Staat mit der besten Kinderbetreuung und dem besten Schulsystem weniger Zeit als ohne Kinder. (Und wer mit Kindern trotzdem beruflich auf einen grünen Zweig kommt, verdient Respekt.) Einen Preis an weniger Freizeit, weniger Schlaf oder weniger Beruf zahlt man immer. Dieser Preis darf aber nicht so hoch sein, dass sich ein Drittel der Gesellschaft und sogar fast jede zweite Akademikerin (43% lebenslang kinderlos) sich gegen Kinder entscheidet. Übrigens: Die Entscheidung gegen Kinder, die bekanntlich über einen langen Zeitraum und nicht immer bewusst reift, fällt häufig trotz eines ursprünglichen Kinderwunschs. Aus diesem Grund werden meine familienpolitischen Positionen auch oft von kinderlosen Menschen unterstützt. Familienpolitik ist keine Interessenpolitik, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie ist Zukunftspolitik.


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Angrenzende Politikbereiche:
Familienpolitik hat auch Auswirkungen auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Familien- und Bildungspolitik sind eng miteinander verwoben.





Lesen Sie auch meinen Zeitungsartikel: Qualifizierte Kinderbetreuung und Ganztagsschulen

 

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